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Kundenerlebnis im Luxussegment: Warum Warten nicht mehr akzeptabel ist

  • Autorenbild: Mélisande Vialard
    Mélisande Vialard
  • vor 3 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

In der Welt des Luxus zählt jedes Detail. Die Architektur, der Empfang, die Kommunikation der Teams, der Rhythmus des Besuchs oder des Kaufs ... alles trägt dazu bei, ein reibungsloses, exklusives und unvergessliches Erlebnis zu schaffen.


Das teilweise lange Stehen in einem beengten Raum ohne Sichtbarkeit und Zeitkontrolle widerspricht den Regeln des Luxus. In einer Zeit, in der Kunden personalisierte und nahtlose Erlebnisse erwarten, ist „Schlange stehen” einfach nicht mehr mit einem Premium-Kundenerlebnis vereinbar.


Luxus vor einem Paradoxon: wahrgenommene Exzellenz vs. operative Irritationen


Luxus basiert auf einem starken Versprechen: dem Versprechen einer kontrollierten, selbst gewählten und wertgeschätzten Zeit. Das Warten wird jedoch als Kontrollverlust empfunden. Zahlreiche Studien zur Kundenerfahrung zeigen, dass Wartezeiten einer der Hauptfaktoren für Unzufriedenheit sind, selbst wenn das Endprodukt oder die Dienstleistung von ausgezeichneter Qualität ist.


58 % der Verbraucher geben an, dass Wartezeiten Frustration hervorrufen.


Im Luxussegment ist dieses Paradoxon umso spürbarer, als die Kundschaft oft international und anspruchsvoll ist, an hohe Standards gewöhnt ist und wenig Toleranz für unnötige Reibereien aufbringt. Eine sichtbare Warteschlange vor einer Boutique kann sogar das Markenimage beeinträchtigen, noch bevor es zu einer menschlichen Interaktion gekommen ist.


Warteschlangen virtualisieren: eine Lösung, die den Standards der Luxusbranche entspricht


Die Virtualisierung von Warteschlangen besteht darin, die physische Warteschlange durch eine digitale Warteschlange zu ersetzen. Der Kunde meldet sich aus der Ferne oder vor Ort an, erhält eine Schätzung seiner Wartezeit und wird benachrichtigt, wenn er Zugang zu der Dienstleistung oder dem Ort erhält.


Dieses System verändert die Wahrnehmung des Wartens radikal. Die Zeit wird nicht mehr erlitten, sondern sichtbar, vorhersehbar und kontrollierbar gemacht.


Im Luxussegment bietet dieser Ansatz mehrere wesentliche Vorteile:

  • Er beseitigt die Sichtbarkeit von Warteschlangen, die oft als nicht premiumtauglich empfunden werden.

  • Er gibt dem Kunden die Kontrolle über seine Zeit zurück, was ein starkes Zeichen der Wertschätzung ist.

  • Er ermöglicht eine bessere Steuerung der Kundenströme, ohne Druck auf das Empfangspersonal auszuüben.

  • Er ebnet den Weg für ein personalisierteres und flüssigeres Erlebnis.


Warten als Hebel für Marketing und Personalisierung des Kundenerlebnisses


Im Luxussegment ist Personalisierung kein Bonus, sondern eine selbstverständliche Erwartung. Jeder Kunde möchte individuell wahrgenommen, verstanden und betreut werden.

Die Virtualisierung von Warteschlangen ebnet den Weg für einen feineren Marketingansatz, der das Kundenerlebnis besser berücksichtigt.


Während der Kunde darauf wartet, von einem Berater empfangen zu werden, kann er sich in eine virtuelle Warteschlange einreihen und wird auf freiwilliger und unaufdringliche Weise gebeten, einen kurzen Fragebogen auszufüllen oder sich einfach die vom Geschäft angebotenen Produkte anzusehen. Seine Präferenzen, Interessen, Besuchs- oder Kaufabsichten können so bereits vor der Interaktion mit einem Berater erfasst werden. Wenn er bereits zuvor im Geschäft war, wird sein Berater über seine Registrierung informiert und kann ihn vorrangig behandeln. Diese Zeit, die sonst als unnötig empfunden worden wäre, wird zu einer Zeit der Vorbereitung auf das Kundenerlebnis.


Expérience client dans le luxe
80 % der Konsumenten von Luxusgütern erwarten an jedem Kontaktpunkt ein personalisiertes Erlebnis.

Für die Teams im Front Office sind diese Informationen sehr wertvoll. Wenn der Kunde an der Reihe ist, verfügt der Berater bereits über konkrete Informationen, um seine Argumentation anzupassen, den Besuch zu steuern, relevante Produkte oder Dienstleistungen vorzuschlagen und den Umfang der Betreuung anzupassen. Der Austausch gewinnt an Fluidität, Relevanz und wahrgenommenem Wert.


Aus Marketing-Sicht ermöglicht dieser Ansatz auch ein besseres Verständnis der Erwartungen der Besucher, eine Verfeinerung der Kundenkenntnisse und eine Bereicherung der qualitativen Daten, ohne den Ablauf zu erschweren. Er fügt sich in eine Logik des Erlebnismarketings ein, bei der Daten nicht um ihrer selbst willen gesammelt werden, sondern um ein genaueres und personalisierteres Erlebnis zu ermöglichen.


In einer Welt, in der Exklusivität ebenso sehr auf Emotionen wie auf Liebe zum Detail beruht, trägt die Umwandlung der Wartezeit in ein Instrument zur Personalisierung erheblich zur Qualität des Premium-Empfangs und zur Einprägsamkeit des Kundenerlebnisses bei.



 
 
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